Mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung: Stellungnahme anlässlich der Medienkonferenz vom 8. April 2021 zur Vorstellung des geplanten neuen Zürcher Selbstbestimmungsgesetzes

Das neue Gesetz ist genauso wie die Subjektfinanzierung als solche kein Selbstweck – es ist vielmehr ein Mittel zum Zweck. Und dieser Zweck heisst Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung. Das neue Gesetz ist damit Ausdruck einer bedarfsgerechten und inklusiven sozialpolitischen Grundhaltung.

Diese Grundhaltung wird von den Institutionen für Menschen mit Behinderung ausdrücklich geteilt. Es geht im Kern darum, den unterschiedlichen Lebensrealitäten und Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung gerecht zu werden. Das ist auch das Anliegen der Institutionen. Sie sorgen als privatrechtlich organisierte, häufig historisch gewachsene Leistungserbringer für qualitativ hochstehende Angebote im Bereich von Wohnen, Arbeit, Bildung/Ausbildung.

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Die Herausforderungen der Institutionen für Menschen mit Behinderung in der Corona-Pandemie

Die Institutionen für Menschen mit Behinderung sind derzeit stark gefordert: In agogischer, in personeller, in kommunikativer und in wirtschaftlicher Hinsicht.

Es handelt sich dabei im Kanton Zürich um über 90 kleinere, mittelgrosse und grosse Institutionen, die zusammen rund 11'000 Plätze für Menschen mit Behinderung anbieten.

Die Herausforderungen zeigen sich wie folgt:

In agogischer Hinsicht: Viele Personen sind auf eine intensive Betreuung angewiesen. Ihre Mobilität ist eingeschränkt. Viele gehören zu den Risikogruppen. Persönliche Beziehungen, feste Bezugspersonen, stabile Tagesstrukturen und wiederkehrende Rituale sind für sie sehr wichtig. Ebenso gibt es umgekehrt Personen mit starkem Bewegungsdrang, die nur noch eingeschränkte Möglichkeiten haben. Eine Situation, in der vieles rasch und grundsätzlich verändert werden muss, stellt einen grossen Einschnitt dar und kann belastend und verunsichernd wirken. Gerade bei Menschen mit psychischen Erkrankungen ist häufig erst nach einer bestimmten Zeit ersichtlich, welche Auswirkungen die Veränderungen auf sie haben. Umso wichtiger ist es für die Institutionen, unverändert nahe bei ihren Klientinnen und Klienten zu sein – sei dies physisch vor Ort oder sei dies durch gezielte Kontaktaufnahmen bei Personen, die selbständig wohnen.

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